Die Geschichte Enzos

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„Denke wie ein Sieger und Du agierst wie ein Sieger. Du wirst sehr wahrscheinlich Dein Ziel erreichen.“

Enzo Ferrari

Die Geburt einer Legende

Die Geschichte Enzos

1898

Enzo Anselmo Ferrari kommt am 18. Februar 1898 in einem Vorort von Modena zur Welt. Seine Geburt wird jedoch aufgrund des starken Schneefalls erst zwei Tage später offiziell registriert. Enzos Vater besitzt ein kleines Metall verarbeitendes Unternehmen mit 30 Arbeitern, die Brücken und Dächer für die staatliche Eisenbahn fertigen.

Enzo’s father owns a small metal engineering company employing around 30 people which builds bridges and roofs for the state railways.

Enzo entdeckt seine Leidenschaft für den Motorsport

1908

Der zehnjährige Enzo und sein Bruder Alfredo besuchen ein Autorennen auf der Via Emilia in Bologna. Das Rennen gewinnt Felice Nazzaro (Vincenzo Lancia fuhr die schnellste Rennrunde). Der kleine Enzo ist vom Rennen begeistert.

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Ein schwieriges Jahrzehnt

Die Geschichte Enzos Die Geschichte Enzos

1916

Schicksalsschläge in der Familie Ferrari: Im Jahr 1916 sterben Enzos Vater und sein Bruder. Nach dem Tod seines Vaters sucht Enzo Arbeit und beginnt als Lehrer an der Dreherschule in Modena.

1917

Enzo dient im Ersten Weltkrieg in der italienischen Armee und dient im 3. Alpinen Artillerieregiment. Er erkrankte jedoch schwer und wurde ehrenhaft vom Armeedienst freigestellt.

1918

Nach seiner Genesung versucht Ferrari erfolglos, einen Arbeitsplatz bei Fiat in Turin zu bekommen. Am Ende des Jahres 1918 findet er Arbeit als Testfahrer in einem kleinen Unternehmen in Turin, wo die extrem gefragten Torpedos gefertigt werden, die auf einer Kleintransporter-Chassis basierten.

1919

Enzo zieht nach Mailand, um dort für C.M.N (Costruzioni Meccaniche Nazionali) zu arbeiten. Er beginnt als Testfahrer und wird später Rennfahrer für das Unternehmen. Sein Debüt als Rennfahrer gibter im Jahr 1919 im Bergrennen von Parma-Poggio di Berceto, bei dem er als Vierter in der Drei-Liter-Klasse, am Steuer eines 2,3-Liter-4-Zylinder CMN 15/20, ins Ziel kommt. Am 23. November des gleichen Jahres startet er in der Targa Florio, wobei er jedoch 40 Minuten Zeit einbüßt, als sein Tank leckt.

Vom Fahrer zum Unternehmer: die Gründung der Scuderia Ferrari

1920

Nach einigen Rennen mit einer Isotta Fraschini 100/110 IM Corsa holt sich Enzo im Jahr 1920 in der Targa Florio in einem 6-Liter-4-Zylinder Alfa Romeo Tipo 40/60 den zweiten Rang. Dies ist der Auftakt einer 20-jährigen Zusammenarbeit mit Alfa Romeo, wobei Ferrari die Rolle des Testfahrers bekleidet, bevor er schließlich zum Leiter der Alfa Corse Motorsportabteilung berufen wird. Diese Position hat er bis September 1939 inne.

1921

Ferrari nimmt als offizieller Alfa Romeo Pilot an mehreren Rennen teil und holt einige beachtliche Ergebnisse. So unter anderem einen fünften Rang bei der Targa Florio im Mai und einen zweiten Rang im Juli auf der Rennstrecke von Mugello. Im September hat er seinen ersten schweren Unfall, als er vor dem Grand Prix von Brescia von der Strecke abkommt, weil er versucht, einer Kuhherde auszuweichen, die sich auf der Rennstrecke befindet.

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1923

Ferrari gewinnt seinen ersten „Circuito del Savio“ und trifft auf Herzog Baracca, Vater von Francesco Baracca, das Fliegerass des Ersten Weltkriegs. Die Herzogin überreicht ihm später ein Autogramm mit Siegel und überlässt Ferrari das springende Pferd, das ihr Sohn als Glücksbringer verwendete, als Maskottchen für seine Wagen.

1924

Im Jahr 1924 wird Enzo Ferrari als „Cavaliere“ („Ritter der Arbeit“) für seine Erfolge im Motorsport ausgezeichnet. Es ist die erste Auszeichnung, die er vom italienischen Staat erhält. Im Jahr 1925 wird er zum „Cavaliere Ufficiale“ ernannt. Im gleichen Jahr ist er, dank seiner Leidenschaft für Journalismus, auch einer der Gründer der berühmten Sportzeitung „Corriere dello Sport“ in Bologna.

1927

Ferrari wird vom italienischen Staat als „Commendatore“ – als Anerkennung seiner Dienste für die Nation im Motorsportbereich - ausgezeichnet.



Am 5. Juni des gleichen Jahres siegt er in einem Alfa Romeo 6C-1500 SS auf der Rennstrecke von Modena.

1928

Am 20. Mai siegt er zum zweiten Mal auf der Rennstrecke von Modena, ein weiteres Mal am Steuer eines Alfa Romeo 6C-1500 SS.

1929

Im Jahr 1929 gründet Ferrari in Modena die Scuderia Ferrari. Das Ziel des Rennstalls ist es, Fahrzeugeigentümern Rennteilnahmen zu ermöglichen. Die Gründung des Rennstalls ist der Start frenetischer Motorsportaktivitäten, die zur Schaffung des offiziellen Teams führen. Die Scuderia startet mit Autos (hauptsächlich mit Alfa Romeo) und Motorrädern. Nach einiger Zeit wird die Scuderria zum Motorsport-Außenposten Alfa Romeos, während die Motorsportabteilung schließlich offiziell im Jahr 1933 übernommen wird.

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Alfa Romeo: Rennsportleiter und ein abrupter Abgang

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1931

Enzo Ferrari beendet sein letztes Rennen als Fahrer auf der Rennstrecke der „Tre Province“ am 9. August 1931. Er kommt hinter Nuvolari als Zweiter in einem Alfa Romeo 8C-2300 MM ins Ziel. Die Entscheidung, nicht mehr aktiv am Motorsport teilzunehmen, ist das Ergebnis der Geburt seines Sohnes Alfredo, genannt Dino, am 19. Januar 1932, sowie der stetig wachsenden Arbeit als Chef der Scuderia.

1937

Die Scuderia Ferrari fertigt den Alfa Romeo 158 „Alfetta“, der die internationale Motorsportszene dominiert.

1938

Die Scuderia Ferrari löst sich Ende 1937 auf, und Anfang 1938 zieht Enzo Ferrari nach Mailand, um die Führung der Alfa Corse Abteilung zu übernehmen.

1939

Am 6. September 1939 verlässt Enzo Ferrari Alfa Romeo unter der Auflage, dass er den Namen Ferrari in den kommenden vier Jahren nicht in Zusammenhang mit Rennwagen verwenden wird. Ab diesem Zeitpunkt ist es eines seiner Ziele, Alfa Romeo mit einem seiner eigenen Fahrzeuge zu schlagen.



Am 13. September 1939 gründet Ferrari in der Viale Trento Trieste in Modena am alten Firmensitz der Scuderia Ferrari die Auto Avio Costruzioni.

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Mit dem Krieg stehen im Motorsport die Räder still, doch im Jahr 1947 erblickt der erste Ferrari das Licht der Welt

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Ferrari 815 Sport

1940

Auto Avio Costruzioni fertigt zwei Versionen eines Fahrzeugs, den Ferrari 815 nennt (8 Zylinder, 1500 Kubikzentimeter). Er basiert auf dem Fiat Chassis eines Fahrzeugs, das in der letzten vor dem Weltkrieg ausgetragenen Mille Miglia startete. Die Modelle werden vom jungen Alberto Ascari und Marquis Lotario Rangoni Machiavelli aus Modena gefahren, können jedoch nicht brillieren.

1943

Während des Kriegs, im Jahr 1943, zieht die Auto Avio Costruzioni von Modena nach Maranello. Hier entsteht der erste Teil des Werks, das später das Ferrari Werk wird. In Modena arbeitet das Unternehmen für die nationale Luftfahrtindustrie in Rom sowie für Piaggio und RIV. In Maranello werden vornehmlich Schleifmaschinen nach deutschen Vorlagen gefertigt.

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1944

Am 4. November 1944 wird das Werk zum ersten Mal bombardiert. Im darauffolgenden Februar wird das Werk erneut getroffen, jedoch schnell wieder aufgebaut.

1945

Ferrari beginnt Ende des Jahres 1945 mit dem Entwurf des ersten Automobil, das seinen Namen trägt. Sein ambitionierter Plan ist es, diesen mit einem V12-Motor zu versehen. Diese Triebwerksform wird sich durch die gesamte Geschichte des Unternehmens ziehen.

Der Grund, weshalb sich Ferrari für einen V12 entscheidet, ist dessen Vielseitigkeit: Er kann in Sport-Prototypen sowie in Rennwagen und sogar GT-Fahrzeugen eingesetzt werden.

1946

Im Dezember veröffentlicht Ferrari Details und Zeichnungen des neuen Fahrzeugs.

1947

Am 12. März absolviert er mit dem Fahrzeug mit der Bezeichnung 125 S eine erste Testfahrt auf der Straße.

Ferrari erobert die Welt des Motorsports im Sturm

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1952

Nach dem ersten Sieg bei der Mille Miglia im Jahr 1948, dem ersten Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans im Jahr 1949 und dem ersten Formel-1-Grand-Prix Sieg 1951 wird Ferrari im Jahr 1952, dank Alberto Ascari, zum ersten Mal Weltmeister, was man im darauffolgenden Jahr mit dem gleichen Fahrer wiederholen kann.

1952

Im Jahr 1952 erhält Ferrari die Auszeichnung „Cavaliere del Lavoro“ als Anerkennung für seine Leistungen in der Industrie und für die Verbesserung des Images Italiens im Ausland.

1956

Enzos geliebter Sohn Alfredo, besser bekannt als Dino, stirbt an Muskeldystrophie. Er war an der Entwicklung des neuen V6-Motor mit 1,5 Liter Hubraum beteiligt. Das Triebwerk debütiert zehn Monate nach Dinos Tod. Seither werden alle Ferrari V6-Triebwerke nach ihm benannt.

Ferrari ist nun international ein Name und Fiat beteiligt sich am Unternehmen.

1960

Ferrari wird in eine GmbH umgewandelt und Enzo erhält die Ehrendoktorwürde in Maschinenbau der Universität Bologna.

1962

Enzo Ferrari erhält den Hammarskjöld Prize der Vereinten Nationen.

1963

Im Jahr 1963 gründet Enzo Ferrari ein Ausbildungsinstitut in Maranello. Es ist Alfredo „Dino“ Ferrari gewidmet. Bis heute stammen unzählige Spezialisten im Ferrari Werk aus diesem Zentrum.

1965

Enzo Ferrari erhält den „Christopher Columbus Award“.

1969

Ferrari ist sich bewusst, dass er eine starke Partnerschaft eingehen muss, um sein Unternehmen weiterzuentwickeln. Er unterzeichnet ein Abkommen mit der Fiat Gruppe, die 50 Prozent der Anteile des Unternehmens übernimmt.

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Investitionen in die Fertigung und die Fiorano-Rennstrecke

1970

Enzo Ferrari erhält die Goldmedaille für Kultur und Kunst aus den Händen des italienischen Präsidenten.

1971

Enzo Ferrari beschließt, die Fiorano Rennstrecke zu errichten, die am 8. April 1972 offiziell eingeweiht wird.

1979

Ferrari erhält den Ehrentitel „Cavaliere di Gran Croce della Repubblica Italiana“ von Präsident Pertini.

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Der F40, sein letzter Wagen

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1987

Der F40, das letzte unter der Regie von Enzo Ferrari, entwickelte Fahrzeug, wird präsentiert.

1988

Ferrari erhält die Ehrendoktorwürde in Physik von der Universität Modena.
Enzo Ferrari stirbt am 14. August im Alter von 90 Jahren.