Überblick

1951

212 Inter

Am V12-Triebwerk von Gioacchino Colombo wurde die Bohrung vergrößert, um einen größeren Hubraum zu schaffen. Das Chassis des Wagens war – mit einigen Modifizierungen für die größere Leistung – vom 166 MM inspiriert. Bei späteren Versionen kam ein Rohrchassis zum Einsatz, das ‘Tuboscocca’ genannt wurde und die strukturelle Steifheit des Wagens verbesserte.

Ferrari 212 Inter

Blick auf

Ferrari 212 Inter - 1951

Abgesehen von Touring und Vignale (stilistisch die erfolgreichsten, die mit diesem Chassis arbeiteten) versuchten sich auch Rocco Motto aus Turin und Fontana aus Padova an diesem Modell.

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Die Geschichte

Straßenwagenproduktion des Hauses Ferrari mit einer großen Auswahl an verschiedenen Karosseriesilen mit Berlinetta, Cabriolet und Coupé-Varianten im Angebot.

Die Stile variierten sogar bedeutend bei den von einem einzigen Karosseriebauer gefertigten Exemplaren, vor allem denen aus dem Vignale Designstudio. Diese Modellreihe bekam Karosserien von Ghia, Ghia Aigle, Pininfarina, Stabilimenti Farina, Touring, Vignale und den Briten von Abbott, die ein etwas plumpes Cabriolet präsentierten, das schon vor langer Zeit in eine Touring Barchetta verwandelt wurde.

Ferrari 212 Inter - 1951
Ferrari 212 Inter - 1951

Das Chassis

Die Export Rennsportmodelle waren mit geraden Chassisnummern versehen und hatten einen Radstand von 2.250 mm. Für gewöhnlich trug die Fahrgestellnummer noch den Zusatz E oder ED. Die Inter Straßenwagen waren auf einem Chassis mit 2.600 mm Radstand gebaut, besaßen eine ungerade Straßenwagennummerierung und die Zusätze EL und später EU.

Soweit die Theorie: doch einige Exemplare sind offensichtlich Straßenwagen (Design und Ausstattung) und tragen gerade Fahrgestellnummern, was den Ansatz der Ferrari-Produktion dieser Jahre, also Einsatz in beiden Bereichen, unterstreicht. Bis dahin lag das Standard-Lenkradlayout rechts, ganz in der Motorsporttradition.

Doch gegen Mitte des Jahres 1952 begann man die 212 Inter Modellreihe serienmäßig linksgesteuert zu fertigen, vermutlich um sie praktischer zu machen, da dies auf den bedeutendsten Märkten, auf denen der Wagen verkauft wurde, die gängige Lenkradseite war.

Liaison mit Pininfarina

Der letzte Wagen mit einer Stabilimenti Farina Karosserie wurde auf einem 212 Inter Chassis gefertigt. Mit diesem Modell begann auch die langjährige Zusammenarbeit mit Pininfarina und den ersten Interpretationen auf einem Ferrari Chassis. Diese waren zu Beginn relativ konservativ, wenn man sie etwa mit denen von Vignale verglich, doch gleichzeitig war es der Start der Entwicklung einer homogenen Identität der Marke Ferrari, zu einem Zeitpunkt, als das Unternehmen mehr und mehr Serienwagen fertigte.

Ferrari 212 Inter - 1951
Ferrari 212 Inter - 1951

Das Triebwerk

Die 212 Modelle verfügten über den traditionellen 60˚ V12-Motor, der auf dem originalen Colombo-Design basierte, doch nun Bohrung und Hub von 68 mm und 58,8 mm aufwies und somit einen Hubraum von 2.562 ccm bot. Wie bereits mit den vorangegangenen Modellen, so waren die für den Motorsporteinsatz geplanten Wagen mit Dreifachdoppelvergasern versehen auch wenn es hier Ausnahmen gab. Die Straßenversionen besaßen einen Doppelvergaser mit der Option auf die drei Vergaser der Rennversion, wobei die Leistung mit 130 respektive 150 PS angegeben wurde. Die Chassiskonstruktion und das Aufhängungslayout waren denen der vorangegangenen Modelle 166 und 195 Inter nahezu identisch.

Eine sorgfältige Auswahl der besten Aufnahmen des 212 Inter in hoher Auflösung: in der Fotogalerie werden die markanten Eigenschaften des Ferrari-Modells aus dem Jahre 1951, mit Schwerpunkt auf Details und die wichtigsten Fahrzeugbereiche, vorgestellt.

Technische Details

V12  Motor

Typ Vorne, längs 60° V12
Bohrung und Hub 68 x 58.8 mm
Hubraum pro Zylinder 213.54 ccm
Gesamthubraum 2562.51 ccm
Kompressionsverhältnis 7.5 : 1
Höchstleistung 110 kW (150 hp) bei 6500 U/Min
Spezifische Leistung 58 hp/l
Maximum torque -
Ventiltrieb Eine obenliegende Nockenwelle pro Zylinderreihe, zwei Ventile pro Zylinder
Benzinversorgung Ein Weber 36 DCF Vergaser
Zündung Einzelzündkerze pro Zylinder, zwei, magnetlos
Schmierung Nasssumpf
Kupplung Einscheibenkupplung
Rahmen Stahlrohr
Vorderradaufhängung Einzelradaufhängung, verschieden lange Querlenker, Blattfedern quer, hydraulische Houdaille-Dämpfung
Hinterradaufhängung Starrachse, halbelliptische Federn, Lenkerfedern, hydraulische Houdaille-Dämpfung
Bremsen Trommeln
Antrieb 5 Gänge + Rückwärtsgang
Lenkung Schneckenlenkung
Fassungsvermögen Tank 105 Liter
Räder (vorne) 6.40 x 15
Räder (hinten) 6.40 x 15
Typ coupé, cabriolet, 2+2 oder Zweisitzer
Länge -
Breite -
Höhe -
Radstand 2600 mm
Spurweite vorne 1278 mm
Spurweite hinten 1250 mm
Trockengewicht 1000 kg (coupé)
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Beschleunigung 0-100 -
0-400 m -
0-1000 m -