Ferrari 412 - 1985

Überblick

412

1985

Der 412 löste den 400i ab und wurde mit einer Reihe an Verbesserungen präsentiert. Optisch fielen vor allem die höhere Kofferraumkante, der tiefere Frontspoiler und die verbesserte Aerodynamik auf. Weitere Eingriffe von Seiten Pininfarinas betrafen eine Neugestaltung der Einstiegsleisten, in Wagenfarbe lackierte Stoßstangeneinsätze, neues Leichtmetallfelgen-Design, Klarglas für die Blinker sowie schwarze Windschutzscheiben- und Fensterreinrahmungen.

Blick auf

Ferrari 412 - 1985

Das V12-Triebwerk hatte einen größeren Hubraum (nun 4.942 ccm statt 4.823 ccm) mit einem Leistungszuwachs von acht Prozent (auf 340 PS) und einem Anstieg des Drehmoments um 9,5 Prozent. Der Wagen beschleunigte in 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und legte eine Viertelmeile (402 Meter) in 14,6 Sekunden zurück (14,8 Sekunden benötigte der 400i). Der 412 war aber auch der erste Ferrari bei dem ABS von Bosch zur Serienausstattung gehörte.

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Die Geschichte

Im Frühjahr 1985 wurde die neueste Entwicklung der von Pininfarina entworfenen 2+2 Modellreihe präsentiert, die man in Maranello mit dem 365 GT4 2+2 im Jahr 1973 begonnen hatte. Das Modell 412 wurde auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt. Die Bezeichnung des Wagens bezog sich auf das Volumen eines einzelnen Zylinders. Der V12-Motor hatte somit einen Gesamthubraum von 4,943 ccm. Die Bohrung war 1 Millimeter größer, nämlich 82 Millimeter, während der Hub weiterhin 78 Millimeter hatte. Die Leistung des Wagens wurde mit 340 PS bei 6.000 U/Min. angegeben.

Der 412 besaß, wie der Vorgänger, der 400i, eine Einspritzanlage. Dabei war er mit einer 5-Gang-Schaltung oder einer 3-Gang-Automatik zu bekommen. Die Modellplakette am Wagen deutete nicht darauf hin, ob es sich um einen „Automatik“ handelte, da dort, unabhängig von der Getriebeart, lediglich „412“ angegeben war. Das Triebwerk hatte die werksinterne Bezeichnungen F 101 E 070 und 010, mit Fahrgestelltypennummern F 101 EL 170 und 110, für das Automatikgetriebe respektive das manuelle Getriebe.

Ferrari 412 - 1985
Ferrari 412 - 1985

Die Karosserie

Auf den ersten Blick war der Wagen der 400er Modellreihe sehr ähnlich. Bei genauerem Hinsehen konnte man jedoch ein anderes Raddesign entdecken, das die ABS-Bremsanlage verdeckte, die nun, zum ersten Mal in einem Ferrari-Straßenwagen, zur Serienausstattung gehörte. Der Aufbau und die Komponenten der Mechanik waren ansonsten denen seines Vorgängers sehr ähnlich. Der Heckflügel war jedoch überarbeitet worden und fiel nun nicht mehr so stark ab. Damit konnte der Stauraum erweitert werden.

Die Stoßstangen am 412 waren nun in Wagenfarbe lackiert, während die Außenspiegel größer und rechteckiger waren als bei den letzten 400i-Modellen, wobei die neuen Spiegel nun auch keine kleinen Ferrari-Plaketten mehr trugen. Im Inneren des Wagens wurden das Design der Sitze sowie die Anordnung der Kontrollinstrumente auf der Mittelkonsole verändert. Wie für den 365 GT4 2+2 und die 400er-Modellreihe, so war auch der 412 links- und rechtsgesteuert mit Servolenkung erhältlich. Eine Ausführung für den US-Markt war nicht geplant. Die Karosserien wurden im Pininfarina-Werk in Turin gefertigt. Danach wurden diese an Ferrari überführt, um die mechanischen Komponenten zu montieren.

Der längste Produktionszeitraum

Der 412 wurde bis ins Jahr 1989 gefertigt. Damit ging eine Ära von 16 Jahren dieses Karosseriestils zu Ende. Dies war die längste Produktionszeit in der Geschichte des Unternehmens. Insgesamt wurden knapp 3.000 Exemplare der verschiedenen Typen gefertigt. 

Während seiner Produktionsjahre wurden 576 Exemplare des 412 mit Fahrgestellnummern von 56275 bis 82153 gefertigt. Es dauerte schließlich drei Jahre bis Ferrari mit dem 456 GT ein neues 2+2-Modell präsentierte und fast sieben Jahre, bis es wieder einen Ferrari mit Automatikgetriebe gab.

Ferrari 412 - 1985

Eine sorgfältige Auswahl der besten Aufnahmen des 412 in hoher Auflösung: in der Fotogalerie werden die markanten Eigenschaften des Ferrari-Modells aus dem Jahre 1985, mit Schwerpunkt auf Details und die wichtigsten Fahrzeugbereiche, vorgestellt.

Eine sorgfältige Auswahl der besten Aufnahmen des 412 in hoher Auflösung: in der Fotogalerie werden die markanten Eigenschaften des Ferrari-Modells aus dem Jahre 1985, mit Schwerpunkt auf Details und die wichtigsten Fahrzeugbereiche, vorgestellt.

Technische Details

V12  Motor

Typ front, längs 60° V12
Bohrung und Hub 82 x 78 mm
Hubraum pro Zylinder 411.92 ccm
Gesamthubraum 4943.03 ccm
Kompressionsverhältnis 9.6 : 1
Höchstleistung 250 kW (340 hp) bei 6000 U/Min
spezifische Leistung 69 PS/l
Max. Drehmoment 451 Nm (46 kgm) bei 4200 U/Min
Ventiltrieb zwei obenliegende Nockenwellen, 2 Ventile pro Zylinder
Benzinversorgung Bosch K-Jetronic mechanische Einspritzung
Zündung Marelli Microplex elektronische Einzelzündkerze pro Zylinder
Schmierung Nasssumpf
Kupplung Automatik: Drehmomentkonverter; manuell: Doppelscheibe
Rahmen Stahlrohrunterrahmen
Vorderradaufhängung Einzelradaufhängung mit verschieden langen Querlenkern, Schraubenfedern auf Teleskopdämpfern, Querstabilisator
Hinterradaufhängung Selbstregulierend, Einzelradaufhängung, verschieden lange Querlenker, doppelte Schraubenfedern über Teleskopdämpfern
Bremsen Scheiben
Antrieb Automatik: 3-Gang + R; manuell: 5-Gang + R
Lenkung Zahnstangenlenkung
Fassungsvermögen Tank 120 Liter
Räder (vorne) 240/55 VR 16
Räder (hinten) 240/55 VR 16
Typ 2+2 coupé
Länge 4810 mm
Breite 1798 mm
Höhe 1314 mm
Radstand 2700 mm
Spurweite vorne 1480 mm
Spurweite hinten 1500 mm
Trockengewicht Leer, Automatik: 1810 kg; manuell: 1805 kg
Höchstgeschwindigkeit Automatik: 245 km/h; manuell: 250 km/h
Beschleunigung 0-100 Automatik: 8,3 Sek.; manuell: 6,7 Sek.
0-400 m Automatik: 15,2 Sek.; manuell: 14,6 Sek.
0-1000 m Automatik: 27,7 Sek.; manuell: 26,4 Sek.