Überblick

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599 GTB Fiorano

Der Ferrari 599 GTB Fiorano wurde mit einigen ganz konkreten Zielen entwickelt: das Fahrvergnügen zu steigern, Leistung durch Technologietransfer aus der Formel 1 sicherzustellen sowie Komfort, Ergonomie und Sicherheit zu gewährleisten. Der neue Ferrari 599 GTB Fiorano beschleunigt on 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von über 330 km/h. Der Wagen wurde nach der Hausrennstrecke Fiorano benannt, auf der Ferrari Straßen- und Rennwagen den letzten Schliff verpasst. ‘GTB’ steht für Gran Turismo Berlinetta, in der Tradition der schönsten Berlinettas des Hauses Ferrari, während ’599′ für den Gesamthubraum des V12-Motors geteilt durch zehn steht.

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Design

Design  und Stil

Mit dem Ferrari 599 GTB Fiorano wollten die Designer des Hauses Pininfarina vollkommen innovative Formen ausloten. Wie stets, war dies kein isolierter Vorgang, sondern vollzog sich vielmehr gemeinsam mit der Optimierung der Aerodynamik des Wagens, die entwickelt wurde, um atemberaubende Abtriebswerte zu erzielen. Auch die Fahrerkabine wurde mit einem originellen aerodynamischen Design versehen. Das Panoramaheckfenster wird von zwei Streben flankiert, welche die Luft zum Nolder hin leiten, womit ein extrem originelles und gleichzeitig funktionelles Detail hinzugefügt wurde. Am Heck schien es Zeit sich von den Vierfachheckleuchten und dem tief angesetzten Nummernschild zu trennen.

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Interieur und Personalisierung des 599 GTB Fiorano

Der Ferrari 599 GTB Fiorano ist ein beeindruckend skulpturhafter Wagen. Seine Formen wurden von Ferraris Designern und Ingenieuren auf einzigartige Weise verfeinert. Das Design des Wagens ist derart geschmeidig, dass es jedes Detail in einem neuen Licht erscheinen lässt. Alle Freiheiten, einen extremen Sportwagen zu entwerfen, wurden hier genutzt: und das Ergebnis ist wahrlich überragend. Bei der Gestaltung des Interieurs wurde versucht, einen Mittelweg zwischen Sportlichkeit und Wohlgefühl, zwischen handwerklicher Qualität und maßgeschneiderter Personalisierung zu finden.

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Das Leder spielt die Hauptrolle im Fahrgastbereich, während der Schnittstellenbereich zwischen Mensch und Maschine aus technologisch hochwertigen Materialien wie Carbonfaser und Aluminium geschaffen wurde. Zum Lenkrad mit Manettino, dem zentralen Drehzahlmesser mit gelbem oder rotem Hintergrund und den Aluminium-Bedienelementen gesellen sich neue Stilelemente wie der zentrale Beifahrer-Haltegriff und die vollkommen neu konzipierten Racing-Sitze. Diese wurden speziell für diesen Sportwagen entwickelt und zeichnen sich durch eine einteilige Rückenlehne und die seitlichen Schutzschalen aus Carbonfaser aus.

Der Ferrari 599 GTB Fiorano profitiert auch von einem breiten Personalisierungsangebot, das für alle Modelle des Hauses mit dem springenden Pferd bereitsteht.

Für den Ferrari 599 GTB Fiorano wurde das für jeden Ferrari verfügbare Personalisierungsprogramm zusätzlich erweitert: Die Personalisierung umfasst vier Bereiche: Racing und Rennstrecke; Exterieur und Farben; Interieur und Materialien; Ausstattung und Reiseausstattung. Im Bereich „Racing” werden die 4-Punkt-Gurte und ein Roll-Bar zum Schutz des Innenraums angeboten. Im Bereich „Interieur und Materialien” stehen viele Elemente aus Carbonfaser zu Verfügung. Das Lenkrad mit vom “Enzo Ferrari” abgeleiteter LED-Drehzahlanzeige kann zum Beispiel mit den spezifischen Kits für die Türpaneele, die Instrumententafel, die Schaltpaddel und die Schwellerverkleidungen kombiniert werden. Unendlich sind die Kombinationsmöglichkeiten der Lederfarben für die unterschiedlichen Innenraumbereiche und die Möglichkeiten unterschiedlicher Polsterungen wie beispielsweise die vom Typ Daytona mit Lochmustereinsätzen und vieles mehr.

Blick auf Design und Stil

Pininfarina wurde für die Stilentwicklung des Ferrari 599 GTB Fiorano ein einfaches Ziel vorgegeben, das jedoch gleichzeitig entsprechenden Ehrgeiz erforderte: Verleiht dem sportlichsten und leistungsstärksten Ferrari der Modellpalette eine innovative jedoch immer klar erkennbare Linie. Umgesetzt wurde das wie bei allen Ferraris durch eine Synergie von Form und Technologie mit der Optimierung der äußeren Formen zum Erhalt der korrekten Abtriebswerte. Die nach vorn geneigten Linien des Wagens lassen die Seiten besonders dynamisch aussehen und stellen den Ausgangspunkt des Designs dar.

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Die Frontansicht wird von den ausladenden Kotflügeln dominiert, die sich bis zur Stoßstange erstrecken und den Mittelteil mit Haube und Lufthutze scheinbar umfassen.

Die Oberflächen sind sehr strukturiert, um den Eindruck stählerner Muskeln zu erwecken. Die vordere Lufthutze hat eine klar erkennbare Form und wird von zwei großzügigen zusätzlichen Luftauslässen für den Motor und die Bremsen eingerahmt. In der Mitte der Motorhaube weist eine große Erhebung auf die Präsenz des 12-Zylinders hin. Gleich daneben sind die Öffnungen für den Auslass der Warmluft erkennbar. Diese verhelfen der Oberfläche zu einem leichteren Gesamtbild. Die Seiten weisen eine stark geneigte Gürtellinie auf, die sich bis zum Luftauslass am vorderen Kotflügel schwingt.

Das Design der Felgen wurde zur Gewichtsreduzierung mit Hilfe von zweigeteilten Speichen optimiert und erinnert an das Motiv der Berlinettas aus dem Hause Ferrari. Bei der Gestaltung des Innendachs wurde ein innovatives aerodynamisches Konzept umgesetzt: Auf der tropfenförmigen, sich verjüngenden Form der verglasten Seite liegen zwei Finnen auf, die den Luftfluss in Richtung Nolder (Heckspoiler) ableiten.

Beim Heckdesign war die Zeit reif, die Gestaltung mit zweifachem Rundscheinwerfer und im unteren Teil des Wagens angebrachtem Kennzeichen zu erneuern. Es wurde ein runder, großer Scheinwerfer mit Led-Technologie eingeführt, der teilweise vom Heckvolumen eingefasst wird. Das Kennzeichen wurde zwar immer noch auf der Stoßstange aber in der oberen Hälfte positioniert. Der Diffusor der Stoßstange war Gegenstand langer aerodynamischen Studien und wurde gemeinsam mit der Auspuffverkleidung in einen „technologischen” Karosserieboden zum Vervollständigung des Volumens des Wagenhecks integriert. Wichtigstes und speziellstes Merkmal dieses Wagens ist jedoch seine dreidimensionale Gestaltung: Es gibt keine Oberflächen ohne Körperlichkeit oder Bereiche, die nicht stark plastisch gestaltet sind. Daraus entstand eine extrem lebendige Form, bei der sich aus jedem Blickwinkel unerwartete Perspektiven auftun. Die Möglichkeiten, die beim Entwurf eines Extrem-Fahrzeugs offen stehen, wurden genutzt, um dem Betrachter einen Überraschungseffekt nach dem anderen zu bieten, ohne dabei jedoch auf die elegante Linienführung zu verzichten.

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INNOVATIONEN

F1-Superfast
-Getriebe

Das F1-Getriebe gilt als Unterscheidungsmerkmal und wahre Stärke aller Ferraris und wurde am 599 GTB Fiorano mit einer zusätzlichen Betriebsstrategie weiterentwickelt. So wurde es zum F1-SuperFast-Getriebe. Der Name birgt bereit zwei Schlüsselkonzepte: Die Ableitung aus der Welt des Rennsports und die schnellen Schaltzeiten. Dieses Getriebe stellt eines der innovativsten und aus technischer Sicht exklusivsten Elemente bei einem Straßensportwagen dar: eine echte Weltpremiere also.

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Bei den herkömmlichen elektronisch gesteuerten Getrieben erfolgen die Schaltvorgänge alle hintereinander in einer Reihenschaltung bzw. durch die Aneinanderreihung folgender Phasen: Antriebsmomentunterbrechung und Trennen der Kupplung; Ausrücken, Ganganwahl und Einrücken; Verbinden der Kupplung und Wiederherstellung des Antriebsmoments. Daher ergibt sich die als „Beschleunigungsunterbrechung” (und nicht nur als Einrückzeit) verstandene und berechnete Schaltzeit aus der Summe der Zeiten, die für die Durchführung der drei aufeinander folgenden Vorgänge erforderlich sind. Bei der Schaltstrategie des F1-SuperFast-Getriebes werden die drei Vorgänge teilweise parallel ausgeführt. Das Ergebnis ist eine Schaltzeit, die bei einem Leistungs- und Hochleistungsfahrstil auf 100 ms sinkt. Erreicht werden konnte dieses wichtige Ergebnis durch die Ausnutzung der elastischen Energien und der Schwingbewegungen des Antriebs: Ein- und Ausrücken erfolgen praktisch vor dem Öffnen/Schließen der Kupplung, sobald sich die Drehzahl der Hauptwelle des Antriebs der Drehzahl der Nebenwelle annähert. Durch die spezifische Strukturierung der F1-SuperFast-Strategie reduziert sich jede einzelne Schaltphase innerhalb der Gesamtschaltzeit auf den herausragenden Wert von 40 ms.

Der Eingriff der F1-SuperFast-Strategie wurde abhängig von der Motordrehzahl und der Position des Gaspedals entwickelt und ermöglicht so um so schnelleres Schalten, je sportlicher der Fahrstil ist. So wird absolutes Fahrvergnügen garantiert, ohne auf den Komfort unter alltäglichen Einsatzbedingungen verzichten zu müssen, bei denen die Schaltstrategie der Sofast3-Kontrolle der letzten Generation zum Einsatz kommt. Die Zeit der „Beschleunigungsunterbrechung” des F1-Getriebes beim 575M Maranello belief sich auf 250 ms und wurde beim F430 mit der Sofast3-Strategie auf 150 ms gebracht.

Der „technologische” Grenzwert des 599 GTB Fiorano reicht jetzt nahe an den der Formel 1 Ferraris heran. Das F1-SuperFast bietet jedoch auch weiterhin die Funktion der „automatischen Betriebsweise”. Diese ist über Tastendruck aufrufbar, falls der Fahrer mehr Komfort und einen bequemeren Fahrstil wünscht. Falls der Fahrer noch mehr Leistung aus seinem Wagen herausholen möchte und die Fahrbedingungen dies erlauben, d.h. normalerweise beim Rennstreckeneinsatz, kann er über die entsprechende Taste Launch Control (für den Markt Nordamerika nicht vorgesehen) die Kontrollfunktion aktivieren; diese ermöglicht eine spritzigere Starts aus dem Stillstand.

Das F1-Getriebe wird vom Fahrer über die am Lenkrad angebrachten Schaltwippen gesteuert (UP, rechts, um in den nächsthöheren Gang zu schalten und DOWN, links, um den nächstniedrigeren Gang zu wählen). Der Schalter zum Einlegen des Rückwärtsgangs und weitere sekundäre Getriebesteuerungen befinden sich auf dem Mitteltunnel. Auf Wunsch kann der Wagen mit einer manuellen Schaltung mit dem klassischen Ferrari-Schaltmuster mit Aluminiumschalthebel ausgestattet werden. Der Ferrari 599 GTB Fiorano verfügt über einen Transaxle-Aufbau mit einer neuen, mit dem Triebwerk gekoppelten Doppelscheibenkupplung, einer Antriebswelle aus Stahl und einem im Heck montierten Getriebe mit Aluminiumgehäuse. Obwohl die Doppelscheibenkupplung ihr Debüt mit den 8-Zylinder Berlinettas feierte kommt sie nun zum ersten Mal in einer Ferrari 12-Zylinder Berlinetta zum Einsatz.

Durch eine Verringerung der Masse (Kupplungsgehäuse von 300 mm auf 250 mm), der Scheibendurchmesser (von 272 mm auf 215 mm) sowie des Gewichts (von 10 kg auf 9 kg) konnten folgende Vorteile erzielt werden:

• verringerte Motorträgheit, die dazu beiträgt die Höchstdrehzahl zu erreichen und die Ansprechbarkeit zu verbessern. Um die spezifische Leistung zu verbessern kam Avional, eine für den Einsatz in der Luftfahrt entwickelte Aluminiumlegierung, für das Gehäuse zum Einsatz.

• optimierte Gewichtsverteilung mit niedriger liegendem Schwerpunkt und daraus resultierender verbesserter Leistung.

• höhere Wärmeträgheit, die zu besserer Wärmeverteilung (verringerter Verschleiß, verbesserte Zuverlässigkeit) und geringerer Wahrscheinlichkeit von Überhitzung führt. Dies wiederum führ zu verbesserter Kupplungsleistung in Stop-und-Go-Verkehr.

Das Stahlgehäuse des Antriebsstrangs wurde entwickelt, um das Gewicht zu reduzieren und die Steifheit der Triebwerkseinheit zu verbessern. Mit einem Außendurchmesser von 125 mm und einer Wandstärke von 4 mm liegt die Resonanzfrequenz für eine ruhigere Fahrt bei 42 Hz (25 Hz im 575M Maranello).

Das Sechsganggetriebe (plus Rückwärtsgang) verfügt über Dreifachkonus-Synchronisierung im 1. und 2. Gang sowie Doppelkonus-Synchronisierung für alle anderen Gänge. Die Getriebeübersetzungen und besonders die Achsübersetzung wurden ausgelegt, um mit den neuen 20″/35 Hinterrädern zu arbeiten sowie die atemberaubende Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit eines reinrassigen Ferrari Supersportwagens zu gewährleisten. Um die durch die neue F1-SuperFast Getriebesteuerungssoftware garantierte Leistung zu meistern wurden die Schaltwippen neu gestaltet und sind nun aus gepresstem Stahl (C43) anstelle von Gusseisen gefertigt, während die Arme der Wippen mit neuen Mikroguss-Verfahren hergestellt werden. Damit werden sie nicht nur langlebiger sondern verringern gleichzeitig auch das Gewicht des gesamten Systems. Das Sperrdifferential wurde speziell abgestimmt, um den Schlupf unter verschiedenen Bedingungen – bei Beschleunigung (25%) und Anfahrt (45%) – zu verringern und gleichzeitig unter sämtlichen Bedingungen Traktion und Stabilität zu optimieren.

F1-TRAC

Der Ferrari 599 GTB Fiorano ist als erstes Straßenfahrzeug mit einer besonderen Innovation ausgestattet: F1-Trac. Die fortschrittliche Traktionskontrolle konnte bis heute ausschließlich von F1-Rennfahrern genutzt werden. Dank der auf der Rennstrecke gesammelten Erfahrungen konnten die Kenntnisse dieses Systems zuverlässig in die industrielle Produktion übernommen werden.
Die F1-Trac reagiert präziser und schneller als eine herkömmliche Traktionskontrolle und schafft damit ein hervorragendes Fahrgefühl. So können auch weniger erfahrene Fahrer diesen Wagen einfach, und absolut sicher am Limit seiner Leistungen und seiner Stabilität fahren.

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Das Ergebnis ist ungebremstes Fahrvergnügen hinter dem Steuer mit außergewöhnlichem Handling unter absoluter Sicherheit. Die Korrekturen des Motordrehmoments, die zur Beibehaltung der gewünschten Fahrspur notwendig sind, werden hier verzögert und auf ein Minimum reduziert. Die kontinuierliche Überwachung der relativen Raddrehzahl und die selbstanpassende Betriebslogik erlauben dem System, die maximal vorhandene Bodenhaftung zu schätzen.

Kurz gesagt wurde im elektronischen Kontrollsystem ein Modell abgelegt, das das Verhalten des Fahrzeugs voraussieht und den Antrieb optimiert, um ihn im Grenzbereich zu halten. So können bis +20 % durchschnittliche Längsbeschleunigung bei der Kurvenausfahrt gewonnen werden.

Die F1-Trac greift in der Antriebsphase ein, wenn der Manettino sich in der Position SPORT oder RACE befindet. Befindet er sich hingegen in der Position ICE oder WET, greift die herkömmliche Traktionskontrolle ASR mit einer Motortrennung und einer Bremswirkung ein zu Erhöhung der Sicherheit bei schlechten Haftungsbedingungen wie z.B. bei Fahrbahnvereisung oder Regen. Der Fahrer kann die gewünschte Fahrspur mit extremer Leichtigkeit halten. Die Korrekturen und die Eingriffe werden am Lenkrad auf ein Minimum beschränkt, was schließlich einen Vorteil für Stabilität und Höchstleistungen bringt. Das Ergebnis ist beständig und lässt sich beliebig wiederholen. Dabei wird die maximale Antriebsleistung unter Beibehaltung aller Sicherheitsbedingungen unter allen Fahr- und Haftungsbedingungen erreicht. Das System greift immer auf progressive und komfortable Weise ein, ohne Störungen auf den Fahrer. Man entschied sich für die F1-Trac, da sie von allen aus der F1-Erfahrung abgeleiteten Vorrichtungen der Mission und den speziellen Zielen dieses Wagens am besten gerecht wird. Mit der F1-Trac konnte auf der Rennstrecke von Fiorano die Rundenzeit im Vergleich zu einem mit herkömmlicher ASR ausgestatteten Wagen um 1,5 Sekunden verkürzt werden.

Die F1-Trac wird wie alle anderen die Gesamtdynamik beeinflussenden Kontrollsysteme über den bereits an den Ferrari 8-Zylinder-Modellen eingeführten Manettino gesteuert. Durch diesen kann der Fahrer die maximale Wirksamkeit und schnellstmögliche Reaktion bei der Einstellung der Fahrfunktionen erhalten. Das Manettino kann auch verwendet werden, um auf elektronische Steuerungssysteme wie Dämpferkontrolle, Stabilitäts- und Traktionskontrolle, F1-Getriebe und Motor zuzugreifen. Der gewählte Modus wird auch stets auf dem Bildschirm angezeigt. Der Wagen verfügt über fünf verschiedene Settings mit einem jeweils sportlicheren Niveau.

SCM:  Federungen mit magnetorheologischer Dämpfungskontrolle

Die Dämpfwirkung der Radaufhängungen spielt bei der Gewährleistung des Fahrvergnügens eine Schlüsselrolle und erleichtert das Handling unter allen Fahrbedingungen. Die Federungen mit magnetorheologischer Dämpfungskontrolle (SCM) des Ferrari 599 GTB Fiorano erfüllen diese Anforderungen voll und ganz.

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Die Dämpfung wird hier von einem extrem leistungsfähigen System kontrolliert, das in Zusammenarbeit mit Delphi entwickelt wurde und jetzt erstmals an einem Fahrzeug aus dem Hause Ferrari implementiert wird. Das semiaktive System spricht in maximal 10 ms auf den Zustand des Straßenbelags und die Lenkmanöver an: 4 Mal schneller als ein konventionelles System. Dazu werden die Signale der vier Potentiometer an den Querlenkern zum Überwachung des Radsystems und damit auch der Fahrzeugbewegungen genutzt. Der Federweg jedes Rades wird von einem Stoßdämpfer gesteuert, dessen Dämpfeigenschaften von einer magnetorheologischen Flüssigkeit bestimmt werden. Diese ändert durch die Wirkung eines elektrisch angesteuerten Magnetfelds ihre dynamischen Eigenschaften und insbesondere ihren Fließwiderstand.

Bei der SCM befinden sich die Ventile dagegen in fester Position. Dadurch werden die Anzahl der sich in Bewegung befindlichen mechanischen Teile und auch die entsprechende Lärmerzeugung reduziert. Ein höherer akustischer Komfort kann geboten werden, während direkt auf die rheologischen Eigenschaften (Fließeigenschaften) der Flüssigkeit eingewirkt wird. Seine extrem geringe Ansprechzeit verdankt das System dem Dämpfungstyp und der Anwendung einer elektronischen Kontrolle, die die eingehenden Signale in maximal 1 ms verarbeiten kann, 10 Mal schneller als ein konventionelles System. Vorraussetzung dafür ist der Einsatz eines elektronischen Steuergeräts, das mit einer höheren Verarbeitungsfrequenz (1000 Hz) arbeitet. Die Beschleunigung der Ansprechzeit ermöglicht darüber hinaus die Anwendung der gleichen Dämpfungskurven in der Druck- und in der Zugstufe und damit die Ausübung der gleichen Kraft unter beiden Einsatzbedingungen.

Dies bringt im Fall eines Übergangs von der maximalen Ausfederung zur maximalen Einfederung (oder umgekehrt) die Möglichkeit, ein höhere Kraft anzuwenden und damit eine bessere Radkontrolle zu erhalten. Im Vergleich zum System des 575M Maranello werden sowohl die durchschnittliche Variation der senkrechten Fahrzeugbewegung auf unebenem Straßenbelag als auch die durchschnittliche Abfangzeit der Schwingungen nach Überfahren von Schlaglöchern um bis zu 30 % reduziert. Die auf unebenen Straßenabschnitten auf das Gehäuse (Lenkrad und Sitz) übertragene Vertikalbeschleunigung werden um bis zu 10 % herabgesetzt.

Der V12 Motor

Verbaut wird ein 12-Zylinder-V-65°-Motor mit 5.999 cm3 Hubraum mit einer spezifischen Leistung von 103 PS/Liter. Seine Grundstruktur stammt von der des Enzo Ferrari ab, die bereits am FXX-Rennwagen angewandt wurde. Von diesem wurden das Kurbelgehäuse, die Zylinderköpfe, die Ölwanne und die Geometrie des Brennraums übernommen.
Mit der Entwurfsplanung neuer Komponenten und Untergruppen sollten hohe Drehzahlen, eine spürbare Reduzierung und Optimierung der Gewichtsverteilung sowie eine Reduzierung der Abmessungen erreicht werden.

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So können die vorgegebenen Ziele erreicht werden: Hohe Motorleistungen, Anordnung als Front-Mittelmotor, Einhaltung der neuen Abgasnormen und geringerer Verbrauch. Die Struktur mit der Motornummer F140C unterscheidet sich vollkommen von der der Vorgängergeneration der 12-Zylinder Berlinettas (der 550 und der 575M Maranello). Das Gesamtergebnis ist dank einfach erreichbarer Maximalleistungen und des einzigartigen Motorengeräuschs ein absolut emotionsgeladenes Fahrvergnügen.

Die maximal erreichbare Drehzahl von 8400 U/Min (900 U/Min mehr als beim 575M Maranello mit einer Steigerung von 12 %) gehört zu den höchsten von Motoren dieser Hubraumklasse und lässt sich nur mit den Werten vergleichen, die vom Enzo Ferrari erzielt werden. Sie sind Ausdruck maximaler Sportlichkeit und eines ultimativen Fahrvergnügens. Es wird ein spezifischer Leistungswert von 103 PS/Liter erreicht (13 PS/Liter mehr als beim 575M Maranello, was +14% entspricht). Das ist der höchste mit Saugmotoren dieser Hubraumgröße erzielbare Wert. Er steht stellvertretend für die hier erreichte flussdynamische Leistungsfähigkeit. Diese wird unter allen Fahrbedingungen durch den Einsatz von Zylinderköpfen mit 4 Ventilen pro Zylinder, Hydrostößeln und einer Ventilsteuerung mit obenliegenden Nockenwellen gewährleistet. Diese werden von vier, kontinuierlich wirkenden und sowohl auf den Einlass- als auch auf den Auslasswellen montierten Phasenschiebern gesteuert. Zum Endergebnis steuert auch die Optimierung der Ansaugkanäle bei. Die vollkommen gleichmäßige Leistungsabgabe auf der gesamten Bandbreite bis zu den hohen Drehzahlbereichen (620 PS bei 7600 U/Min, 105 PS mehr als beim 575M Maranello) garantiert volles Fahrvergnügen und die absolute Kontrolle des Fahrzeugs.

Das Motorengeräusch:  musik für unsere Ohren

Der Motorensound ist sicherlich eine der markantesten Eigenschaften eines jeden Modells des Hauses Ferrari. Die Entwicklungsarbeiten des 599 GTB Fiorano konzentrierten sich somit selbstverständlich auch auf die Qualität des Sounds an Bord des Wagens, was sich nicht nur positiv auf das Fahrvergnügen auswirkt sondern auch für eine ruhigere Fahrt im Inneren des Wagens sorgt. Die Klangqualität wurde den Schallfrequenzen, welche die Fahrzeuginsassen erreichen, angepasst.

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Der Motorensound wird noch angenehmer, wenn bestimme Triebwerksfrequenzen hervorgehoben und – besonders bei starker Beschleunigung -gleichzeitig die mechanische Resonanz reduziert werden. Für diesen „Design für Sound“-Ansatz wurden auch Veränderungen an Karosserie und Antrieb vorgenommen.

Die wichtigsten „Orchesterinstrumente” eines 12-Zylinders sind die dritte und die sechste Harmonische: die erste gewährleistet die robusteste Tonart des Klangs, die zweite gewährleistet die angenehme Klangfarbe. Der Eingriff am Ansaugtrakt betraf den Filterkasten, der mit einem Abzweigkanal an den Lufteinlässen in den vorderen Kotflügeln ausgestattet wurde, für die Übertragung des Klang der Ansaugung bis in den Innenraum. Im Auslasstrakt wurden dagegen die Volumen und die Geometrie der Schalldämpfer optimiert. Eine zusätzliche Maßnahme war die Einführung einer variablen Geometrie des gesamten Trakts mit einem Bypass-Ventil. So konnten die Resonanzen im Einklang mit den Ansaugfrequenzen erzeugt und der Gegendruck am Motor reduziert werden. Dadurch konnte die im hohen Drehzahlbereich abgegebene Leistung auf ein Maximum gesteigert werden.

Im Gegenzug wurden die am Motor vorliegenden Vibrationen mechanischen Ursprungs durch den Rückgriff auf einen in den Ansaugtrakt integrierten Dämpfer gemindert. Auch der Entwurf des Antriebstrakts diente einer Reduzierung der Verdrehschwingungen, die zur Ursache eines „Gear rattle” werden konnten. Hier wurde ein Torsionsdämpfer am Ausgang der Kupplung eingefügt. Bei der Entwicklung der externen Elemente der Karosserie waren nicht nur Stil und Aerodynamik berücksichtigt, sondern auch die Einschränkung des aerodynamischen Rauschens.

Aerodynamik

Die Designer des Hauses Pininfarina hatten ein klares und gleichzeitig ehrgeiziges Ziel mit dem Entwurf des Ferrari 599 GTB Fiorano vor Augen. Sie wollten ihm ein innovatives Kleid verpassen, das jedoch gleichzeitig die typischen Merkmale der sportlichsten und leistungsstärksten Modellen des Hauses Ferrari aufweisen sollte. Dies geschah wie gewohnt Hand in Hand mit der Optimierung der Aerodynamik des Wagens, die entwickelt wurde, um dem Wagen atemberaubende Werte bezüglich des Abtriebs zu verschaffen. Das Design des Wagens wurde um nach vorne abfallende Linien entwickelt, was dem Wagen einen dynamischen Auftritt verleiht.

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An der Fahrzeugfront dominieren die Kotflügel, die bis zum Stoßfänger reichen. Damit scheint der mittlere Bereich aus Motorhaube und Lufteinlässen zwischen diese eingebettet zu sein. Diese Flächen wirken dabei auch gleichzeitig wunderschön geformt und muskulös. Der beeindruckende Frontlufteinlass wird von zwei seitlichen Auslässen flankiert. Die Motorabdeckung mit der Erhöhung, die in ihrer T-Form ein Stilelement darstellt, verdeckt das starke V12-Triebwerk, während zwei Diffusoren für warme Luft die Form etwas auffrischen. Der Lufteinlass auf dem vorderen Kotflügel zieht sich bis hin zur Türverkleidung und unterstützt damit die Linienführung des Wagens und seinen muskulösen Auftritt. Die Heckkotflügel stehen leicht aus den Seiten hervor und zeichnen sich wie Muskeln unter dem Hemd eines Athleten ab. Die Lufteinlässe für den Tank und die Getriebekühlsysteme formen mit dem vorderen Luftdiffusor eine gewisse Symmetrie.

Das Felgendesign mit Doppelspeichen zur Verringerung des Gewichts ist gleichzeitig auch ein Tribut an die Geschichte des Hauses. Die Fahrerkabine wurde ebenfalls mit innovativer Aerodynamik versehen. Das Panoramaheckfenster wird von zwei Streben flankiert, welche die Luft zum Nolder hin leiten, womit ein extrem originelles und gleichzeitig funktionelles Detail hinzugefügt wurde. Am Heck schien es Zeit sich von den Vierfachheckleuchten und dem tief angesetzten Nummernschild zu trennen. Der Ferrari 599 GTB Fiorano verfügt über ein großes LED-Rücklichtset und, obwohl das Nummernschild immer noch auf der Stoßstange angebracht wird, so wurde es nun etwas nach oben verschoben. In den Diffusor der Heckstoßstange wurde nach langer aerodynamischer Entwicklungsarbeit die Verkleidung der Endrohre integriert.

Der Ferrari 599 GTB Fiorano ist ein beeindruckend skulpturhafter Wagen. Seine Formen wurden von Ferraris Designern und Ingenieuren auf einzigartige Weise verfeinert. Das Design des Wagens ist derart geschmeidig, dass es jedes Detail in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Alle Freiheiten, einen extremen Sportwagen zu entwerfen, wurden hier genutzt: und das Ergebnis ist wahrlich überragend.

Bei der Stilentwicklung des Ferrari 599 GTB Fiorano wurden zahlreiche Testsessionen zur Prüfung der aerodynamischen Wirksamkeit der entwickelten Formen abgehalten. Der 599 GTB Fiorano wurde so zum aerodynamisch effizientesten Wagen mit 12-Zylinder-Frontmotor, das je von Ferrari gebaut wurde. Zahlreiche Simulationen und eine ausgiebige Perfektionierungsarbeit im Windkanal brachten ein hohes Abtriebsniveau mit niedrigen Widerstandswerten. Die Optimierung des Unterbodens und des Heckdiffusors konnten gleichzeitig eine starke Einbindung in das Heckdesign und ein Unterdruck am Unterboden erreichen, der sehr viel höher als der von der Oberseite der Karosserie erzeugte Auftrieb ist.

Die Heckscheibe war ebenfalls Gegenstand von Studien zur Einführung eines kleinen Vorsprungs am Verbindungspunkt mit dem Innendach. Dieser Vorsprung ist in der Lage, eine lokalisierte Aufteilung des Luftflusses zu erzeugen. Dank dieser Aufteilung war eine weitere Reduzierung des im oberen Karosseriebereich erzeugten Unterdrucks möglich, die ebenfalls zur Steigerung des Abtriebs beiträgt. Der sich daraus ergebende Gesamtabtrieb (Cz = 0,190) beträgt 70 kg bei 200 km/h, 160 kg bei 300 km/h und 190 kg bei Höchstgeschwindigkeit. Diese Werte sind im Einklang mit der am Fahrzeug vorgesehenen Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt. Lange Studien der internen Luftflüsse und die Reduzierung der Abmessungen der Nachlaufströmung haben letztendlich den Erhalt eines Luftwiderstandskoeffizienten (Cx) von 0,336 ermöglicht.

599 HY-Kers

HY-KERS
Versuchsfahrzeug

Das HY-KERS Versuchsfahrzeug zeigt, wie Ferrari die Entwicklung der Hybridtechnologie angeht, ohne dabei Leistung und Fahrvergnügen außer Acht zu lassen, die sämtliche Wagen des springenden Pferds auszeichnen.


Technische Details

V12 Motor

Länge 4665 mm
Breite 1962 mm
Höhe 1336 mm
Radstand 2750 mm
Vordere Spurweite 1690 mm
Hintere Spurweite 1618 mm
Trockengewicht 1580 kg*
Betriebsgewicht 1690 kg*
Kofferraumvolumen 320 l
Fassungsvermögen - Tank 105 l
Lastverteilung vorne 47 %/ hinten 53 %
Vorne 398x36 mm
Hinten 360x32 mm
Typ 12 V - 65°
Bohrung und Hub 92x75,2 mm
Hubraum pro Zylinder 499,9 cm3
Gesamthubraum 5999 cm3
Verdichtungsverhältnis 11,2:1
Höchstleistung 456 kW (620 PS) bei 7600 U/min
Maximales Drehmoment 608 Nm (62 kgm) bei 5600 U/min
Maximale Drehzahl 8400 U/min (am Drehzahlbegrenzer)
Spezifische Leistung 103 PS/I
Antrieb und Getriebe Hand- oder F1-Schaltung, 6-Gang Getriebe + RG
TPMS TPMS Reifendruck-/-temperaturkontrollsystem
CST mit F1-Trac Stabilitäts- und Traktionskontrolle mit F1-Trac
Vorne 245/40 19”
Hinten 305/35 20”
SCM Magnetorheologische Dämpfungskontrolle
Höchstgeschwindigkeit über 330 km/h
0-100 km/h (0-62 mph) 3,7 Sek.
0-200 km/h (0-124 mph) 11 Sek.
Kombiniert 17,9 l/100 km
Kombiniert 401 g/km
* Version für Markt Europa, Handschaltung

Limitierte Auflage

599 GTB Fiorano  limitierte Auflage für Chine

Der erste Ferrari Chinas wurde im weit zurückliegenden Jahre 1993 in Peking verkauft. Damals beschloss der erste chinesische Kunde, sich einen Wagen zum Geschenk zu machen, von dem er geträumt hatte, seit er als Kind das Bild eines Ferraris in der Hand gehalten hatte.