Überblick

Ferrari F430

Ferrari  F430

Der F430 ist der Auftakt einer vollkommen neuen Generation an Ferrari V8-Berlinettas. Jedes Detail dieses Wagens ist von der in der Formel 1 Motorsportabteilung des springenden Pferds betriebenen Forschung inspiriert. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlich innovatives Design, das sich durch fortschrittlichste Technologien auszeichnet, die für den Einsatz in einem Straßenwagen optimiert wurden.

Bei zwei dieser Innovationen handelt es sich um Weltpremieren in einem Serienwagen: das elektronisch gesteuerte Differential (E-Diff) – das von Ferrari ursprünglich für die Formel 1 Rennwagen des Hauses entwickelt wurde, um das gesamte Drehmoment bestmöglich zu nutzen und die Traktion zu optimieren – sowie die auf dem Lenkrad angebrachte Umschaltvorrichtung (die dem Scuderia Formel 1 Team als „Manettino“ bekannt ist), mit der die verschiedenen Systeme zur Kontrolle der Fahrzeugdynamik gesteuert werden können.

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Das leichte und kompakte Triebwerk des F430 mit seinem Hubraum von 4.308 ccm – wovon auch der Name des Wagens abgeleitet wurde – ist vollkommen neu. Es liefert 490 PS und eine spezifische Leistung von 114 PS pro Liter Hubraum sowie ein Drehmoment von 465 Nm. Diese Werte führen selbstverständlich zu atemberaubenden Leistungen: Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in vier Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h.

Jedes Details dieses Wagens mit dem springenden Pferd wurde von der in der Formel 1 gesammelten Erfahrung beeinflusst. So zum Beispiel die Bremsanlage, bei der serienmäßig Carbon-Keramik-Scheiben zum Einsatz kommen. Diese Scheiben weisen ein wesentlich höheres Bremsvermögen auf und vermitteln dem Fahrer das beruhigende Gefühl den Wagen auch in den anspruchsvollsten Fahrsituationen vollkommen unter Kontrolle zu haben. Auch die Aerodynamik des F430 ist für einen Straßenwagen äußerst innovativ: Formen wurden optimiert, um den Luftfluss zu steigern, den Abtrieb zu erhöhen und die Kühlung zu verbessern. Jedes einzelne Detail dieses Wagens des Hauses Ferrari wurde perfektioniert um einzigartige Leistung und außergewöhnliches Fahrvergnügen zu bieten.

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Ferrari F430

DESIGN

Design und Stil

Die Formen des von Pininfarina in Zusammenarbeit mit dem Leiter der Ferrari Designabteilung entworfenen F430 inspirieren sich sowohl an der außergewöhnlichen Technologie dieses Wagens als auch an der Formel 1. Seine Frontpartie, die sich durch zwei außergewöhnliche Lufteinlässe auszeichnet, inspiriert sich am Ferrari 156 F1 mit dem Phil Hill im Jahre 1961 den Formel 1-Weltmeisterschaftstitel gewinnen konnte. 

Der Enzo Ferrari war Quelle der Inspiration für zahlreiche Details am Heck des neuen F430 Spider, während die enorme Aufmerksamkeit, die Ferrari den aerodynamischen Details seiner Wagen zukommen lässt, im Design des in die Motorabdeckung integrierten Nolders und dem neuen in die Heckstoßstange integrierten Diffusors mit aus dem Motorsport stammenden Maßen zum Ausdruck kommt. Auch den Details der Karosserie wurde extreme Aufmerksamkeit zuteil. Die Außenspiegel besitzen ein spezielles Profil mit zwei Armen, durch die der Luftfluss an die Lufteinlässe für den Motorraum geleitet wird. Der Name F430 wurde auf den Außenspiegel an der Fahrerseite eingeprägt. Auch die Details des Motorraums sind ein wahres Meisterwerk bezüglich der einzigartigen Form und der verwendeten Materialien.

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Das Interieur des F430 wurde für eine verbesserte Fahrerergonomie neu gestaltet.

Die Instrumente sind in einem neuen Gehäuse untergebracht. Dieses Design – in Verbindung mit dem Layout des Armaturenbretts – unterstreicht die Aufmerksamkeit, die der Anbringung der wichtigsten Kontrollinstrumente in Reichweite des Fahrers zuteil wurde.

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Ferrari F430 - Interior
Ferrari F430 - Interior

Direkt im Blickfeld des Fahrers liegen der Drehzahlmesser mit einer neuen Grafik – wobei Kunden zwischen rotem und gelbem Hintergrund auswählen können – und einer neuen Metalleinfassung, der Digitalanzeige des eingelegten Gangs (F1-Version) und einem Multifunktionsdisplay. Der gleiche kompromisslose Ansatz bezüglich der absoluten Kontrolle durch den Fahrer steckt auch hinter der Idee den Startknopf sowie das Manettino auf dem Lenkrad anzubringen.

Das Lenkrad selbst ist neu, wobei es im oberen Bereich abgeflacht ist, um die Sicht zu verbessern. Das Betätigungsfeld der Hupe ist in den inneren Lenkradring integriert, wo es problemlos erreicht werden kann.

Das Interieur spiegelt die fortschrittliche Technologie sowie das zur Fertigung des Wagens verwendete Material wider und kann dabei mit Kohlefaser- oder Aluminiumdetails personalisiert werden.

Das Cockpit ist merkbar größer und der bereits hervorragende Komfort an Bord konnte weiter verbessert werden. Dazu trägt auch ein schmalerer Mitteltunnel bei, auf dem bei der manuellen Version der Schaltknüppel oder die F1-Konsole bei der Schaltwippen-Version angebracht sind.

Ferrari F430 - Interior
Ferrari F430 - Interior

Hinter den Sitzen gibt es einen geräumigen Platz mit einem neuen, elektrisch zu bedienenden Ablagefach sowie ein Netz am Brandschott. Die Sitze wurden für einen verbesserten Seitenhalt neu entworfen, während die elektrischen Standardsitze durch sportlichere mit Vierpunktgurten (je nach Markt) ersetzt werden können.

Die von Pininfarina in Zusammenarbeit mit dem Leiter der Ferrari-Designabteilung geschaffenen Formen des F430 inspirieren sich an der außergewöhnlichen Technologie dieses Wagens. Jedes noch so kleine Detail wurde entworfen, um die Aggressivität und die Leistung eines reinrassigen Ferraris zu unterstreichen, wobei selbstverständlich die funktionellen Aspekte des Wagens nicht vernachlässigt wurden.

Bezüglich des Designs wurden nur wenige Elemente vom scheidenden 360 Modena übernommen, mit dem Ergebnis, dass die neue Berlinetta eine noch stärkere Persönlichkeit aufweist und sich noch muskulöser präsentiert.

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Ferrari-F430
Ferrari-F430

Die Front des F430 zeichnet sich durch zwei außergewöhnliche Lufteinlässe aus, welche die Luft in die großen Kühler leiten, um das leistungsstarke Triebwerk zu kühlen. Die Einlässe inspirieren sich am Ferrari 156 F1 mit dem Phil Hill im Jahre 1961 den Formel 1-Weltmeisterschaftstitel gewinnen konnte. An ihrem unteren Ende sind sie mit einem Spoiler verbunden, der die Luft direkt an den flachen Unterboden leitet. Die vertikal angeordneten Rückleuchten des F430 sind extrem kompakt, was dem Einsatz von Bi-Xenon Technologie zu verdanken ist.

Ist das Licht an, so unterstreichen die Seitenlichter, die in die äußeren Enden der Scheinwerfer integriert sind, das Profil und machen den Wagen auch bei Nacht umgehend wiedererkennbar. Große Lufteinlässe direkt vor den Vorderrädern kanalisieren die Luft hin zu den Kühlern und entlang den Seiten des Wagens. Große Einlässe auf den hinteren Radkästen sorgen dafür, dass Luft in den Motorraum geleitet wird.

Die Seitenansicht wird durch die neuen 19-Zoll Felgen mit fünf Doppelspeichen abgerundet, wobei klassisches Ferrari Designflair mit einem außergewöhnlich hohem Niveau an struktureller Steifheit in Verbindung mit Leichtbau gewährleistet wird.

Ferrari-F430
Ferrari-F430

Der Enzo Ferrari war die Quelle der Inspiration für einen Großteil der Details am Heck des neuen F430. Art und Anordnung der Lichter sind die gleichen, wobei sie bei Letzterem auffallend aus der Karosserie hervorstehen. Eine weitere Ähnlichkeit ist die Form der Belüftung für den Motorraum mit einem verchromten springenden Pferd in der Mitte.

Die minuziösen Details der Aerodynamik eines Ferraris spiegeln sich auch im Design des Nolders wider, der in die Motorabdeckung integriert ist sowie im neuen Heckdiffusor, der in die Heckstoßstange integriert wurde und der aus dem Motorsport stammende Maße aufweist. Die extreme Leistung des F430 wird zudem auch von einigen stilistischen Details unterstrichen. So etwa den neuen Auspuffrohren mit den Stahlkugel-gestrahlten Endauspuffrohren aus Edelstahl.

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INNOVATIONEN

Manettino und Fahrzeugeinstellungen

Der Fahrer des F430 kann die Einstellungen des Wagens über den innovativen, am Lenkrad angebrachten Schalter verändern.

Wie in der Formel 1 kann der Fahrer des F430 verschiedene Einstellungen des Wagens über einen am Lenkrad angebrachten Schalter verändern. Dieser von den Scuderia Ferrari Fahrern Manettino genannter Schalter stammt direkt aus dem Motorsport und ermöglicht dem Fahrer ein Höchstmaß an Effizienz und Geschwindigkeit bei der Kontrolle der verschiedenen Fahrzeugfunktionen.

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Ferrari_F430_Manettino
Ferrari_F430_Manettino

Der Schalter überwacht schnell und einfach die Elektronik, welche die Einstellungen der Aufhängung regulieren, das CST-Stabilitäts- und Traktionskontrollsystem, das E-Diff und die Schaltgeschwindigkeiten des F1-Getriebes sowie die Verbindung zwischen all diesen einzelnen Funktionen. Die dem Fahrer zur Verfügung stehenden Settings konzentrieren sich auf fünf verschiedene Strategien. Diese sind – in bezüglich Leistungsabgabe absteigender Reihenfolge: ICE: erheblich begrenzte Leistung (Höchstmaß an Eingriff des Stabilitäts- und Traktionskontrollsystems) für ein Höchstmaß an Stabilität – unabdingbar auf Fahrbahnoberflächen mit geringer Haftung (z.B. Schnee und Eis). LOW GRIP: diese Einstellung garantiert Stabilität auf trockenen und nassen Fahrbahnoberflächen und wird auf Fahrbahnoberflächen mit geringer Haftung (Regen), grober Fahrbahnoberfläche, stark beschädigter Fahrbahnoberfläche oder extrem welligem Asphalt gewählt. In dieser Einstellung kann der Fahrer – anders als in der ICE-Einstellung – die F1-Schaltwippen nutzen.

SPORT: dies ist die Standardeinstellung für die beste Balance zwischen Stabilität und Leistung. Bestens geeignet für offene Strecken bietet diese Einstellung den optimalen Kompromiss aus größtmöglicher Leistung und Sicherheit. Im Unterschied zur vorangegangenen Einstellung hat SPORT eine etwas sportlichere Konfiguration bezüglich der adaptiven Aufhängung, um Leistung, Handling und Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten zu maximieren.

RACE: diese Einstellung darf ausschließlich auf der Rennstrecke genutzt werden.

Hier sind die Schaltzeiten noch niedriger, der Eingriff des CST-Systems ist auf ein Minimum reduziert (und greift lediglich dann ins Motorenmanagement ein, wenn es absolut unerlässlich ist).

CST: aktiviert und deaktiviert die Stabilitäts- und Traktionskontrolle. Mit dem Manettino auf „OFF“ übernimmt der Fahrer die Kontrolle über sämtliche die Reaktionen des Wagens. Die einzigen Hilfsvorrichtungen für den Fahrer, die in dieser Einstellung aktiviert bleiben, sind das ABS und die EBD (elektronische Bremskraftverteilung).

Ferrari_F430_Manettino

Luftflussanpassung

Der Wagen wurde mit dem gleichen Ansatz (und unter Zuhilfenahme des gleichen Windkanals) entwickelt, wie er vom Formel 1-Team genutzt wird.

Traditionell kleidet Ferrari die Mechanik in Gewänder deren Formen vom Bedarf nach einem Höchstmaß an aerodynamischer Effizienz diktiert werden. Im Falle des F430 wurde dieses Prinzip auf die Spitze getrieben. Hier werden exakt die gleichen technischen Ansätze bezüglich der Entwicklung der Modelle am Computer und den Tests im Windkanal umgesetzt, wie sie auch vom Formel 1-Team genutzt werden. So gelang es den Ferrari-Ingenieuren den Luftfluss perfekt um den Wagen herum und unter dem Wagen zu modulieren.

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Ferrari_F430_Aerodynamics
Ferrari_F430_Aerodynamics

Das Ergebnis ist eine extrem effiziente Konfiguration wobei der Luftfluss für ein Höchstmaß an Abtrieb und somit Straßenhaftung kanalisiert wird. Luft wird aber auch zum Triebwerk hin geleitet, um die Leistung zu steigern und gleichzeitig die Kühlung des Antriebs zu optimieren. Der Luftfluss hin zu den Bremsen stellt sicher, dass diese auch bei starker Beanspruchung stets perfekt ansprechen. Durch die Optimierung der Aerodynamik des F430 und des F430 Spider konnte der Abtrieb – im Vergleich zum 360 Modena – um rund 50 Prozent gesteigert werden. Damit wurden die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten sowie die aktive Sicherheit des Wagens gesteigert. Bei einer Geschwindigkeit von 200 km/h verfügt der Wagen über 45 Kilogramm mehr Abtrieb als der 360 Modena, der bei 300 km/h auf 85 Kilogramm anwächst und insgesamt 280 Kilogramm erreicht.

Der bedeutende Fortschritt – der im Bereich der Aerodynamik des Wagens erzielt werden konnte – spiegelt sich auch in der Verbesserung des Abtriebskoeffizienten (Cl) und des Widerstandskoeffizienten (Cd) wider: 40% besser als im 360 Modena. Dieses hervorragende Ergebnis ist unter anderem auch der Einführung eines neuen Spoilers am unteren Ende der Frontstoßstange zu verdanken, wo dieser „saubere“ Luft durchschneidet – Luft, die durch die um den Wagen herum entstehenden Turbulenzen ungestört ist. Sorgfältige Planung der Form und des Winkels dieses Spoilers führten zu einem an der Vorderachse gesteigerten Abtrieb – bis zu 130 Kilogramm – was der Längsstabilität des Wagens sowie der Lenkpräzision zugute kommt.

Ferrari_F430_Aerodynamics

Das Erbe des Motorsports

Dank der Arbeit der Scuderia Ferrari-Ingenieure werden mit dem F1-Getriebe einige bedeutende Innovationen eingeführt.

Dank der stetigen Forschung entspricht das Ferrari F1-Getriebe des F430 dem neuesten Stand der Technik, wobei gleichzeitig einige bedeutende Modifizierungen durchgeführt wurden: dank des Inputs von Seiten der Ingenieure der Scuderia Ferrari ist das F1-Getriebemanagement mit einer neuen Kontrollstrategie versehen, durch welche die Schaltgeschwindigkeit perfektioniert wird und die Schaltvorgänge auch unter großer Beanspruchung sanft durchgeführt werden. Für einen Gangwechsel werden lediglich 150 Millisekunden benötigt (diese Zeit umfasst das Beschleunigungsloch während des Gangwechsels). Neben einer Verkürzung der Schaltzeiten unter großer Beanspruchung verbessert die neue Software auch die Gleichmäßigkeit des Schaltens im Automatikmodus (Aktivierung durch einem Knopf auf der Mittelkonsole), womit der F430 zu einem echten Allrounder wird.

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Ferrari_F430_Gearbox
Ferrari_F430_Gearbox

Das andere Extrem bietet die Launch Control (nicht in den USA erhältlich) des F430. Diese sorgt für ein Höchstmaß an Leistung bei Start aus dem Stand unter angemessenen Fahrbahnoberflächenbedingungen (zum Beispiel auf der Rennstrecke). Die Schaltwippen sind auf die bewährte und erprobte Ferrari-Methode mit der Lenksäule verbunden (die rechte Schaltwippe für einen höheren Gang, die linke Wippe für einen niedrigeren Gang). Der Rückwärtsgang wird nun jedoch durch einen auf dem Mitteltunnel angebrachten Knopf eingelegt, was das Einlegen vereinfacht und die Schaltzeit im Vergleich zum 360 Modena um 50 Prozent verringert.

Flachkurbelwelle

Die flache Kurbelwelle (mit 180° zwischen den Pleuelzapfen) verkörpert den kompromisslosen Designansatz des Hauses Ferrari.

Achtzylindertriebwerke mit einem 90-Grad-Winkel zwischen den Zylinderreihen sind eine relativ neue Ergänzung in der Geschichte des Hauses Ferrari.

Abgesehen vom Triebwerk des Formel 1-Wagens, der im Jahr 1956 die Weltmeisterschaft gewinnen konnte – ein Wagen, den Ferrari von Lancia übernommen hatte, nachdem sich das Unternehmen aus dem Wettbewerb zurückgezogen hatte – und dem im 248 Sportprototyp Anfang der 60er Jahre, wurde erst im Jahr 1973 ein Motor mit einem derartigen Aufbau in einem Ferrari montiert.
Triebwerke mit flachen Kurbelwellen verfügen über eine Kurbelwelle auf der die Pleuelzapfen einen 180-Grad Winkel zueinander aufweisen, also „flach“ sind.

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Ferrari_F430_Crankshaft
Ferrari_F430_Crankshaft

Allgemein betrachtet haben V8-Triebwerke einen 90-Grad Winkel zwischen den Zylinderreihen und jedem Pleuelzapfen in einem 90-Grad Winkel, womit sie bei 90 Grad „gekreuzt“ sind. Für welchen Triebwerksaufbau man sich entscheidet hängt von der Leistung ab, die der Motor generieren soll. Um ein Höchstmaß an Leistung aus dem Triebwerk herauszuholen muss eine flache Kurbelwelle genutzt werden, während die „gekreuzte“ der bessere Allrounder ist. Deshalb nutzen alle Ferrari V8-Triebwerke (vom 308 zum 328, vom 348 zum 355, vom 360 zum 430 sowie die speziellen Supersportwagen der GTO-Serie, der F40 und der California, unser erster Wagen mit V8-Frontmotor) flache Kurbelwellen.

Die Vorteile einer flachen Kurbelwelle können wie folgt zusammengefasst werden:
Eine flache Kurbelwelle ist leichter als eine mit 90 Grad, oder eine „gekreuzte“. Da sie auch über eine geringere Rotationsmasse verfügt spricht sie genauer an und ermöglicht dabei gleichzeitig auch höhere Drehzahlen, was hilfreich ist, wenn man auf der Suche nach einer höheren Abgabeleistung ist. Ein weiterer Vorteil der flachen Kurbelwelle ist die Tatsache, dass sie ein effizienteres Design des Abgaskrümmers ermöglicht.

E-Diff – elektronisch gesteuertes Differential

Eines der technischen Merkmale, die den F430 auszeichnen ist das E-Diff, das elektronisch gesteuerte Differential.

Das elektronisch gesteuerte Differential kommt seit vielen Jahren in den Formel 1-Rennwagen der Scuderia Ferrari zum Einsatz und wurde kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert, um unter sämtlichen Bedingungen das enorme Drehmoment bei hohen G-Kräften bestmöglich auf die Rennstrecke zu bringen. Das E-Diff gehört im F430 nun zur Grundausstattung. Es ist hierbei das erste Mal, dass ein Serienwagen mit einem derart fortschrittlichen System für Hochleistungsstraßenhaftung ausgestattet wird. Im Motorsport garantiert das E-Diff ein Höchstmaß an Grip bei Kurvenausfahrten und verhindert ein Durchdrehen der Räder.

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Ferrari_F430_E-Diff
Ferrari_F430_E-Diff

Auf der Straße stellt das E-Diff eine hervorragende technische Verfeinerung dar, welche die Straßenhaftung verbessert. Das System ist für die Ausführung mit F1-Schaltwippen als auch mit manuellem Getriebe erhältlich und besteht aus drei Teilsystemen:

ein hydraulisches Hochdrucksystem, das gleichzeitig auch vom F1-Getriebe (falls vorhanden) genutzt wird;

- ein Kontrollsystem bestehend aus Ventil, Sensoren und elektronischer Kontrolleinheit;

- eine mechanische Einheit, die auf der linken Seite des Getriebes untergebracht ist.

Das Drehmoment wird kontinuierlich und optimal über zwei durch hydraulische Auslöser gesteuerte Reibscheibensets (ein Set pro Antriebswelle) auf die Antriebsräder verteilt. Das tatsächlich auf die Antriebsräder übertragene Drehmoment hängt von den Fahrbedingungen ab (Gaspedalwinkel, Lenkwinkel, Gierbeschleunigung, Radrotationsgeschwindigkeiten) und bietet erhebliche Vorteile bezüglich Leistung, Richtungsstabilität, aktiver Sicherheit und Handlingsfeedback. Auch hier war die Formel 1 ein unerlässlicher Prüfstand, was den Ferrari-Ingenieuren ermöglichte ein fortschrittliches System zu entwickeln, das perfekt den Anforderungen eines Straßenwagens entspricht, der dazu ausgelegt ist eine Höchstgeschwindigkeit von über 315 km/h zu erreichen und beachtliche Seitenführungskräfte zu entwickeln.

Das elektronisch gesteuerte Differential führt dazu, dass die Rundenzeit auf der Rennstrecke von Fiorano – im Vergleich zum 360 Modena – drei Sekunden niedriger liegt. Für den Fahrer verbessert das E-Diff Handling und Straßenhaftung des Wagens (was wiederum zu einer erheblich verbesserten Beschleunigung führt). Auch die Straßenhaftung am Limit sowie das Lenkgefühl werden dank des elektronisch gesteuerte Differentials verbessert.

Ferrari_F430_E-Diff

Gesteigerter Abtrieb

Der Unterboden trägt aktiv zur Steigerung des Abtriebs (bis zu einem Maximum von 150 kg) auf der Hinterachse bei.

Der Nolder auf der hinteren Kante der Triebwerksabdeckung arbeitet zusammen mit dem neuen Diffusor zwischen den Hinterrädern. Der Diffusor verfügt über ähnliche Deflektoren wie sie auch an den Ferrari Formel 1-Rennwagen verwendet werden und erhöht die Luftflussgeschwindigkeit unter dem Heck des Wagens, wobei ein Depressionsbereich sowie ein Bodeneffekt erzeugt werden, die den Wagen nach unten ziehen. In dieser Form trägt der Unterboden des Wagens aktiv zu einer Steigerung des Abtriebs bis zu 150 Kilogramm auf der Hinterachse bei. Die aerodynamischen Entwicklungen spielten auch eine Rolle, um die Höchstleistung aus diesem 4,3 Liter V8-Triebwerk herauszuholen. Die beiden Lufteinlässe für das Triebwerk sind über den Rädern in einer Zone mit hohem Fließdruck positioniert, womit ein größeres Luftvolumen für den Einlasskrümmer garantiert wird.

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Die Werte

Qualitätsmaßstab

Grafiken und Werte rund um die Leistung des F430 die zeigen, was einen Ferrari ausmacht.

F430 Drehmoment- und Leistungskurve: Drehmoment von 465 Nm bei 5.250 U/Min.; 80% des max. Drehmoments stehen bei 3.500 U/Min. zur Verfügung. Max. Leistung von 490 PS bei 8.500 U/Min.

Fiorano, Haarnadelkurve: Das E-Diff verteilt die Antriebskraft adaptiv auf die Räder, wobei es vollständig in die anderen elektronischen Steuerungseinheiten des Wagens integriert ist, um jederzeit ein Höchstmaß an Stabilität und Traktion zu gewährleisten. Das Ergebnis: Drei Sekunden schneller auf einer Runde in Fiorano im Vergleich zum 360 Modena.

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Blick auf

Triebwerk

Der F430 wird von einem neuem 90° V8-Triebwerk angetrieben, das Ferraris traditionell kompromisslosen Ansatz mit einer flachen Kurbelwelle (180-Grad Winkel der Zapfen). Dabei handelt es sich um einen vollkommen neuen Motor, der keinerlei Komponenten mit dem des 360 Modena gemein hat. Die Verbesserungen bezüglich Leistung, Gewicht und Außenabmessungen ist das Ergebnis der Umsetzung der wertvollen Erfahrungen, die Ferrari in der Welt der Formel 1 gesammelt hat und in seinen Straßenwagen zur Geltung bringt. Trotz einer Steigerung des Gesamthubraums um 20 Prozent (von 3.586 ccm auf 4.308 ccm) stieg das Gewicht des Triebwerks nur minimal, um vier Kilogramm, an, während die Leistung sich in sämtlichen Bereichen beträchtlich verbesserte. Das Drehmoment stieg um 25 Prozent (465 Nm bei 5.250 Umdrehungen pro Minute, wobei 80 Prozent davon bereits bei 3.500 U/Min. zur Verfügung stehen) und die Leistung um 23 Prozent (490 PS bei 8.500 U/Min.).

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Ferrari_F430_Engine
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Das Triebwerk ist extrem kompakt, mit einem Bohrabstand von lediglich 104 Millimeter. Die Ferrari-Ingenieure integrierten die Ölwanne und die Lager in einem einzigen Gehäuse, das – gemeinsam mit einer Doppelscheibenkupplung mit geringerem Durchmesser und Schwungrad – die Höhe des Triebwerks zwischen dem Boden der Ölwanne und der Kurbelwelle auf lediglich 130 Millimeter (von 145 mm im Triebwerk des 360 Modena) verringerte.

Im Einklang mit den neuesten Entwicklungen im Bereich der Hochleistungsmotoren verfügt das Triebwerk über neue 4-Ventil Zylinderköpfe. Die Einlassöffnungen und die Ventildurchmesser stammen direkt von den Designs, die in den Formel 1-Motoren genutzt werden. Unterstützung von Seiten der Scuderia Ferrari war im Bereich der Leistungseigenschaften dieses Wagens unerlässlich.

Die zwei obenliegenden Nockenwellen pro Zylinderreihe sind mit kontinuierlich variabler Nockenwellensteuerung an Ein- und Auslassnockenwellen ausgestattet, während der Ventiltrieb von hydraulischen Stößeln erledigt wird. Die Nockenwellensteuerung wird durch ein hydraulisches Hochdrucksystem (20 Bar) gewährleistet, was erreicht wird, indem eine zusätzliche Pumpe, ein externer Druckspeicher sowie ein Schaltkreis, der parallel mit dem Ölkreislauf an den hydraulischen Stößeln arbeitet, integriert wurden. Dies stellt sicher, dass für den gesamten Kreislauf lediglich 0,1 Sekunden benötigt werden.

Ferrari hat das Zahnriemen-Verteilersystem durch ein Ketten getriebenes System ersetzt, womit die Gesamtlänge des Triebwerks reduziert werden konnte. Ebenfalls neu sind Kurbelwelle, Pleuel und Kolben. Das Trockensumpfschmierungssystem umfasst eine Reihe an externen Pumpen (womit die Gesamthöhe der Wanne verringert werden konnte) sowie einen Kreislauf, der optimiert wurde indem der Ölkühler beseitigt und ein Wasser-Öl-Wärmeaustauscher eingeführt wurde, der sich im V des Motors befindet. Drei Spülpumpen stellen sicher, dass bei sämtlichen Fahrbedingungen überschüssiges Öl stets vom Boden des Zylinderblocks abgezogen wird, wobei ein starkes Vakuum um die Kurbelwelle entsteht und somit auch ein möglicher Leistungsverlust durch Reibung minimiert wird.

Ferrari_F430_Engine
Ferrari_F430_Engine

Das Ansaugrohr verfügt über gerade Einlassbereiche zu den zwei mittleren Luftkammern, die ihrerseits spezielle trompetenförmige Öffnungen haben, um den Luftfluss zu den Zylinderköpfen zu optimieren.

Eine rotierende Trommel – die pneumatisch von der Motorkontrolleinheit angetrieben wird – kompensiert die Veränderungen des effektiven Volumens in den beiden Kammern, um die Eigenschaften der Einlassresonanz und somit die Drehmomentkurve über den gesamten Drehzahlbereich zu maximieren. Die gesteckten Leistungsziele wurden auch dank der unbeschränkten Ein- und Auslasskanäle für eine optimale Strömungsflusseffizienz und das hohe Kompressionsverhältnis (11,3:1) umgesetzt.

Die gewissenhafte Optimierung der internen Fluidodynamik und der Verbrennungseffizienz stellte eine hohe spezifische Leistung sicher, wobei der Wagen den Euro 4 und LEV2 Emissionsstandards entspricht. Das Motorenmanagement wird von zwei elektronischen Bosch Motronic ME7 Kontrolleinheiten mit motorisierten Zwillingsdrosseln, Einzelspiralen und aktiver Anti-Klopfkontrolle über den gesamten Drehzahlbereich hinweg erledigt.

Technische Details

V8 Motor

Typ 90° V8
Bohrung/Hub 92 mm x 81 mm
Hubraum pro Zylinder 538,5 ccm
Hubraum ges. 4308 ccm
Kompressionsverhältnis 11, 3:1
Leistung max. 360,3 kW (490 PS) bei 8,500 rpm
Drehmoment max. 465 Nm (47,4 PS) bei 5250 rpm
Leistung pro Liter Hubraum 114 PS/L
Trockengewicht/Leistung 2,8 Kg/PS
Länge 4512 mm
Breite 1923 mm
Höhe 1214 mm
Radstand 2600 mm
Spurweite vorne 1669 mm
Spurweite hinten 1616 mm
Überhang vorne 1100 mm
Überhang hinten 812 mm
Trockengewicht 1350 kg*
Kerbgewicht 1450 kg*
Kofferraumfassungsvermögen 250 L
Fassungsvermögen Tank 95 Liter
Gewichtsverteilung Vorne 43% / hinten 57%
Elektronik (E-DIFF)
Elektronik CST mit F1-Trac
Höchstgeschwindigkeit mehr als 196 mph
0-100 km/h (0-62 mph) 4,00 Sek.
Handgetrieb 0 - 400 m 12,00 Sek.
0 - 1000 m 21,65 Sek.
F1-Getriebe: 0-400 11,95 Sek.
0-1000 21,60 Sek.
Antrieb und Getriebe Manual oder F1
Vorne 225/35 ZR 19"
Hinten 225/35 ZR 19"
Kombiniert 15.2 l/100 km
Kombiniert 345 g/km
* Ausführung für europäische Märkte
** Die Motorenleistung der Modelle ist in kW (nach dem Internationalen Einheitensystem) und, für Homogenität, in PS angegeben. Pferdestärken (PS) werden wie folgt berechnet: 1 kW=1,34 PS

F430, eine neue Fahrzeuggeneration

Der F430 ist der Vorbote einer vollkommen neuen Generation der Ferrari 8-Zylinder Modelle. Dieser Wagen greift Ferraris außergewöhnliche Errungenschaften im Bereich der Aluminiumtechnologie auf, die mit dem 360 Modena begannen, um sie auf ein vollkommen neues Niveau zu heben. Der F430 bietet zudem eine Reihe an extrem bedeutenden Innovationen, die direkt aus den Ferrari Formel 1-Rennwagen stammen. Bei zwei dieser Innovationen handelt es sich um Weltpremieren in einem Serienwagen: das elektronisch gesteuerte Differential (E-Diff) – das von Ferrari ursprünglich für die Formel 1 Rennwagen des Hauses entwickelt wurde, um das gesamte Drehmoment bestmöglich zu nutzen und die Traktion zu optimieren – sowie die auf dem Lenkrad angebrachte Umschaltvorrichtung (die im Scuderia Formel 1 Team „Manettino“ genannt wird), mit der die verschiedenen Systeme zur Kontrolle der Fahrzeugdynamik gesteuert werden können.

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Eine der weiteren Haupteigenschaften des neuen F430 ist das neue, kompakte 90° V8-Triebwerk mit 4.300 ccm, das 490 PS leistet und eine spezifische Leistung von 114 PS pro Liter Hubraum aufweist. Die neue Ferrari Berlinetta verfügt über ein Gewicht-Leistungs-Verhältnis von 2,8 kg/PS (Leergewicht). Das neue Carbon-Keramik-Bremssystem optimiert den Bremseinsatz unter Extrembedingungen. Mit dem aus der Formel 1-Forschung stammenden Getriebe können Schaltzeiten von 150 Millisekunden erzielt werden, was dem Fahrer ermöglicht alles aus diesem Hochleistungssportwagen herauszuholen (0 auf 100 km/h in vier Sekunden, Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h). Die Aerodynamik verfügt über die neuesten Motorsporttechnologien, wie einen eigens entworfenen Unterboden und einen großen Heckdiffusor, um den Abtrieb zu erhöhen. Der Wagen wurde offiziell auf der Pariser Automobilmesse im September 2004 der Öffentlichkeit vorgestellt.